Atemschutz

1. Ausrüstung:

Um die Feuerwehrmänner und -frauen im Einsatz vor Atemgiften (z.B. Brandrauch) und Sauerstoffmangel zu schützen, besitzt die FFW Neunkirchen 8 Atemschutzgeräte (oder Pressluftatmer = PA) der Fa. DRÄGER „PSS 100“ mit 6 l – 300 bar - Stahlflaschen. Jeder PA ist mit einem Notsignalgeber der Fa. AUER „FireFly II“ ausgerüstet, der bei Bewegungslosigkeit einen akustischen und optischen Alarm auslöst, um ein schnelleres Auffinden der verunglückten Einsatzkraft zu ermöglichen. Dem Atemschutztrupp steht außerdem mind. 1 Tasche am PA mit Einsatzschere, Türkeil und Kennzeichnungsstift (zur Kennzeichnung bereits abgesuchter Räume) zur Verfügung. Zusätzlich sind zwei PA’s im Mannschaftsraum des LF 16/12 mit Fluchthauben-Tragetaschen bestückt, um zu rettende Personen durch verrauchte Bereiche führen zu können.
Als Atemanschlüsse (Atemschutzmasken) stehen die Modelle „Panorma Nova“ und „f2“ der Fa. DRÄGER zur Verfügung.

Von den 8 PA’s befinden sich je 2 im Mannschaftsraum und je 2 im Aufbau der beiden Löschfahrzeuge, so dass ein Ausrüsten mit Atemschutz während der Anfahrt zur Einsatzstelle möglich ist.

Für die Atemschutzüberwachung (Registrierung und Zeitkontrolle der Einsatzkräfte) stehen 2 Überwachungstafeln der FA. AUER „Control E“ zur Verfügung. Die Registrierung der Einsatzkräfte erfolgt über Namensschilder. Die Tafeln sind mit einer Funkuhr sowie einer Restzeitanzeige ausgerüstet. Durch Eintragen auf eine Folie kann die Uhrzeit und der Restdruck der Atemluft (z.B. bei Erreichen des Einsatzzieles) festgehalten werden.

In der Atemschutzwerkstatt steht ein Prüfgerät für Atemschutzgeräte und –masken, DRÄGER „Testor“, sowie ein Atemluftkompressor zum Befüllen der Atemluftflaschen BAUER „KA 14“, der gebraucht erworben wurde, zur Verfügung. Die Anschaffung des Testors wurde durch eine großzügige Spende der ortsansässigen Fa. TUTOGEN Medical GmbH nach einem Brandeinsatz ermöglicht.

 

2. Ausbildung/Übung

Die Atemschutzgruppe der FFW Neunkirchen besteht derzeit aus 24 Atemschutzgeräteträgern (AGT). Diese haben einen Grundlehrgang absolviert, der für den gesamten Landkreis im Gerätehaus der FFW Forchheim abgehalten wird. Zur weiteren Aus- und Fortbildung wird einmal monatlich eine Einsatzübung in verschiedenen Objekten in Neunkirchen oder Umgebung durchgeführt. Außerdem ist einmal jährlich eine theoretische Schulung sowie eine sog. Belastungsübung in der Übungsstrecke in Forchheim zu absolvieren.

 

Dazu kommen spezielle Spezialausbildungen, wie z.B. die Atemschutzfortbildung durch unseren Atemschutz-KBM Thomas Windisch (sehr zu empfehlen!) sowie die Heißausbildung im Brandcontainer Bamberg, im Brandhaus der Staatl. Feuerwehrschule Würzburg oder im Flashover-Container der Bayer. Versicherungskammer.


Wie der Einsatz am 30.06.2008 wieder gezeigt hat, ist ein ständiges Üben mit den Gerätschaften und der Vorgehensweise unerlässlich, damit die Einsatzkräfte trotz der Freiwilligkeit ihre Aufgaben möglichst professionell erledigen können und vor allem wieder gesund aus dem Einsatz herausgehen.

Meinen Dank an alle Atemschutzgeräteträger/-innen, dass sie sich dieser nicht immer einfachen Aufgabe stellen!

Getreu dem Motto der Feuerwehren: Gott zur Ehr’, dem nächsten zur Wehr!

Jochen Cervik
Atemschutzbeauftragter
Juli 2008


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Atemschutzstrecke

Die Atemschutzstrecke befindet sich im Feuerwehrhaus Forchheim und gehört dem Landkreis. Jeder Atemschutzgeräteträger muss einmal pro Jahr die Übungsstrecke durchlaufen. Sie besteht aus mehreren Komponenten, die nacheinander absolviert werden müssen. Als erstes kommt man in den Arbeitsraum. Dort befinden sich eine Endlosleiter, Schlaghämmer, Fahrrad und ein Laufband. Hier müssen zu Beginn die ersten Balastungsproben abgelegt werden, was den Weg zu einer Einsatzstelle simulieren soll. Danach gelangt man in den Industrieraum. Ein Raum mit industriellen Anlagen, einem großen Tank, welcher durchkrochen werden muss und verschiedenen Kriech- und Leiterstrecken. Von dort aus geht es in den Wärmelastraum, in dem durch Strahler Temeraturen bis zu 80°C herrschen können. Nun geht es in die Geh- und Kriechstrecke, in der auf zwei Ebenen zahlreiche Hinternisse warten. So sind Türen zu öffnen, Röhren zu durchkriechen und schräge Passagen zu meistern. Auch muss an einer Engstelle (zwei hintereinander liegende Fesnterkreuze, das Atemschutzgerät abgenommen und danach wieder aufgesetzt werden, ohne dass die Maske abgeschlossen wird. Nach der Geh- und Kriechstrecke muss man in den Zielraum, wo entweder ein Rettungsknoten angelegt wird oder nach verschiedenen Gegenständen gesucht werden muss. Zum Schluß müssen dann wieder im Arbeitsraum verschiedene Balastungsübungen gemacht werden, was den Abmarsch von der Einsatzstelle simuliert. Die ganze Strecke befindet sich, außer dem Arbeitsraum, im Dunklen. Überwacht werden die Trupps mit Infrarotkameras. Außerdem werden über Lautsprecher ständig Brandgeräusche und Hilferufe eingespielt.

Schema der Übungsstrecke


Der Arbeitsraum

Der Industrieraum

Die Geh- und Kriechstrecke

Der Leitstand

Fotos und Zeichnung entnommen aus: Feuerwehr-Landkreis Forchheim, Ausgabe Nr. 1, 1992