Wärmebildkamera offiziell übergeben

In einer kleinen Feierstunde wurde den Feuerwehren Neunkirchen a. Brand, Hetzles, Dormitz und Kleinsendelbach eine Wärmebildkamera übergeben. Die Finanzierung ist ein Novum im Feuerwehrwesen, denn die vier Gemeinden teilten sich die Kosten prozentual zu den Einwohnerwerten. Ein unerwartet hoher Zuschuss vom Landkreis Forchheim erfreute nicht nur die Wehren und die Gemeinden, sondern war ein wichtiges Zeichen des Landkreises zur Stärkung der Feuerwehren im südlichen Landkreis.


Landrat, die Kommandanten und Bürgermeister, sowie Feuerwehrführungskräfte bei der Übergabe.

Die Kamera wird dauerhaft in Neunkirchen a. Brand stationiert sein. Eine Ladehalterung im LF16/12, welche sowohl Kamera, als auch Ersatzakku immer einsatzbereit hält, wurde angebracht. Es handelt sich um eine Wärmebildkamera des TYPs Draeger, UCF 3200 TS. Zum Lieferumfang gehören auch ein Tragegurt und ein Transportkoffer für überörtliche Einsätze im ganzen Landkreis.


Hier die Lagerung im LF16/12, auf Bild 1 die Lagerung des Ersatzakkus ohne Kamera, Bild 2 mit eingeschobener Kamera und auf Bild3 die verschlossene Ladehalterung.


Im dazugehörigen Koffer kann die Kamera auch an weiter entfernte Einsatzstellen im Landkreis gebracht werden. Dazu wird der Koffer dann vom 11/1 an die Einsatzstelle gebracht.

Wärmebildkameras wurden ursprünglich für militärische Zwecke entwickelt. Aufgrund der enormen Vorteile eignen sie sich jedoch hervorragend auch für den Feuerwehrdienst, weshalb sie seit einigen Jahren in immer mehr Wehren stationiert werden. Nach Forchheim und Ebermannstadt wurden neben in Neunkirchen auch noch in Heroldbach in diesem Jahr eine solche Kamera angeschafft. Drei weitere sollen in den nächsten Jahren noch folgen um den Landkreis flächendeckend auszustatten.

 

Ein Draeger-Werbeslogan lautet:
WER FÜR ANDERE DURCHS FEUER GEHT, MUSS GEFAHREN SCHNELL ERKENNEN.

Zum modernen Feuerwehreinsatz gehört heutzutage eine Wärmebildkamera dazu. Sie hilft in dunklen und rauchgefüllten Räumen, Brandherde und Schwelbrände aufzuspüren sowie eventuell noch vorhandene Glutnester zu finden. Dadurch wird ein gezieltes Ablöschen von Brandherden möglich, was Wasserschäden minimiert. Auf der Suche nach vermissten Personen kann eine Wärmebildkamera durch das Aufspüren von Körperwärme Leben retten. Weitere Einsatzmöglichkeiten der Brandbekämpfung reichen von Lagebeurteilung und Brandwache, über Training und Schulung bis hin zu Sondereinsätzen zum Beispiel in Verbindung mit Gefahrstoffen, insbesondere der Bestimmung von Füllständen von Fässern oder Gasflaschen.

Bei der Typenbezeichnung steht TS für Thermal Scan. Diese Funktion ermöglicht im Niedrigtemperaturmodus (bis 130 °C) eine kontrastreichere Darstellung. Gerade die Suche nach Glutnestern und vermissten Personen soll damit optimiert werden.

Die Kamera wird viel aushalten muessen. Hitze, Wasser, Wasserdampf und den einen oder anderen Schlag an einen Türrahmen. Aber die Kamera ist natürlich auf solche Situationen vorbereitet und getestet. Einen Sturz aus 2m Höhe auf Beton muss die Kamera schadfrei drei mal hintereinander aushalten.

Bei der Beschaffung einer Wärmebildkamera standen natürlich verschiedene Modelle zur Auswahl. Die Vorteile der Dräger UCF 3200 und warum wir uns dafür entschieden haben waren:

  • Klein, leicht & äußerst robust, nur 1,3 kg.

  • komfortable und optimale Bedienbarkeit.

  • Einzigartige Bildfarbgebungen und Qualität

  • Zwei Betriebsarten für hohe und niedrige Temperaturbereiche

  • Sechs Farbpaletten für optimale Darstellung der Wärmebilder.

  • Direkte Temperaturmessung in °C durch Anvisieren eines Objektes.

  • Thermal Scan Funktion (TS) mit automatischer Gelbfärbung der Wärmebilder bei einstellbaren Temperaturgrenzen.

  • Akku-Management-System mit Akkustandzeit von bis zu vier Stunden.

  • Fahrzeugladegerät zum gleichzeitigen Laden einer Kamera und eines Ersatzakkus

Es ist eine einmalige Sache, dass sich die Gemeinden im Neunkirchener Raum zusammengeschlossen haben und damals am 20. November 2007 von der FFW Neunkirchen von der Notwendigkeit der Anschaffung überzeugt werden konnten. Die Vorarbeit dazu leistete KBI Reiner Disselberger, dem es zu verdanken ist, dass die Kamera auf diesem Weg angeschafft wurde. Man einigte sich auf Kosten bis zu 15.000 Euro, die je nach Einwohnerwerte aufgeteilt wurden. Als dann durch den Kreisbrandrat noch die Notwendigkeit unterstrichen wurde und er einen Zuschussantrag durch den Landkreis bewilligte, war die Freude natürlich gross, als die Summe von 6.000 Euro genannt wurde.

Über die Firma Jahn aus Nürnberg wurde nun die Kamera von der Firma Draeger nach ausführlicher Auswahl zum Preis von knapp 12.000 € beschafft. Nach dem Abzug der 6.000 Euro Zuschuss durch den Landkreis blieben für die Gemeinden also nur noch etwa die Hälfte zu finanzieren, was prozentual wie folgt aufgeteilt wurde:

Neunkirchen 62,30%
Dormitz 15,50%
Kleinsendelbach 12,00%
Hetzles 10,20%