05.11.2004
vorherigen Rubrik
Home
df
Brand eines Wohnhauses am 03.11.2004
Einsatz Nr.: 48/04
Einsatzdatum: 03. November 2004
Alarmzeit: 18.46 Uhr
Einsatzort: Neunkirchen am Brand, Harbachweg
Schadensereignis: Wohnhausbrand
Anwesende Feuerwehren: Neunkirchen (MZF, TLF 16/25, LF16/12, LF8)
Ebersbach TSF
Rosenbach TSF
Uttenreuth (ELW 10/1, MZW, DLK, LF16/12)
Forchheim (LF16/12 + Wärmebildkamera, ELW 12/1)
Hetzles LF8/6
Dormitz LF8/6
Kleinsendelbach LF8/6
Igensdorf TLF, LF8
Langensendelbach LF16/12
Effeltrich LF8
Einsatzdauer: 3 Stunden + 8 Stunden Brandwache
Einsatzbeschreibung: Alarmstufe 2 wurde ausgelöst mit der Meldung "Bei einem Wohnhaus schlagen bereits Flammen aus den Fenstern". Alarmiert wurden die Feuerwehren Neunkirchen, Hetzles und Dormitz. Bereits 5 Minuten nach Alarmauslösung kam das erste Fahrzeug, Florian Neunkirchen 40/1, an der Einsatzstelle an. Im ersten Stock schlugen meterhoch die Flammen aus dem Fenster. Wenige Minuten später trafen das TLF, das alte LF8 und das Mehrzweckfahrzeug  aus Neunkirchen ein. Kurz danach die Feuerwehren Hetzles und Dormitz. 

Durch Aussagen von Nachbarn wird das Haus von einem älteren Ehepaar bewohnt. Beide müssen noch im Gebäude sein, da man sie außen nicht gesehen habe. Sofort wurden die ersten Atemschutztrupps mit der Personensuche beauftragt, gleichzeitig begann die Brandbekämpfung von außen, 5.300 Liter Löschwasser in der Fahrzeugtanks dienten zur Erstversorgung. Auch wurde der Brandrauch durch sofortiges Belüften mit einem Überdruckbelüfter aus dem Haus gedrückt.

Da das Gebäude am Hang liegt, waren schnell zwei Einsatzabschnitte gebildet. Die einen arbeiteten von unten, die anderen von oben. Durch erste Erkundungen wurde von oben festgestellt, das das Erdgeschoss rauchfrei und die Terrassentür ein Spalt geöffnet war. Ein Trupp wurde beauftragt durch diese Tür die Haustüre zu öffnen. Dabei wurde im ersten Stock eine bewusstlose Frau vorgefunden, die sofort nach außen gebracht wurde. Der anwesende Rettungsdienst kümmerte sich gleich um die Person, die massive Brandverletzungen aufwies. Von der zweiten Person fehlten jedoch sämtliche Spuren.

Aufgrund der Brandausdehnung wurde wenige Minuten später auf Alarmstufe 3 erhöht, so dass die Feuerwehren Rosenbach, Ebersbach, Kleinsendelbach und Uttenreuth nachrückten. Die Brandbekämpfung war inzwischen durch mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz in vollem Gange, eine Wasserversorgung von mehreren Hydranten wurde aufgebaut und fiebrig nach der immer noch vermissten Person gesucht.

Als die ersten Atemschutztrupps aufgrund der eingeschränkten Einsatzdauer von etwa 20 Minuten den Einsatz abbrechen mussten wurden die Wehren Igensdorf, Effeltrich und Langensendelbach zwecks Unterstützung mit Atemschutz angefordert.

Inzwischen entstanden Gerüchte, der Mann befände sich nicht zu Hause, sondern auf einem Kongress. Aber so lange dies nicht definitiv fest stand, war der Einsatzschwerpunkt nach wie vor die Vermisstensuche, parallel zum Löscheinsatz. Mit Hilfe der Drehleiter aus Uttenreuth wurde das Dach im Bereich des Firstes geöffnet.

Für die schwer verletzte 94-Jährige, die neben großflächigen Brandverletzungen auch eine Rauchvergiftung erlitt wurde ein Rettungshubschrauber angefordert. Da es schon dunkel war, musste am Sportplatz eine Landefläche ausgeleuchtet werden. Da viele Feuerwehren mit dem Löscheinsatz gebunden waren, wurden die Feuerwehren Igensdorf und Effeltrich die inzwischen nachgerückt waren mit dieser Aufgabe betraut. 

Das Gerücht, dass der Mann auf einem Kongress war, hat sich bestätigt, er wurde telefonisch erreicht. Somit konnte die massive Suchaktion abgebrochen werden. Nach etwa 2 Stunden rückten die ersten Feuerwehren wieder ab.

Da der Brand auch Teile des Daches in Brand setzte und auch die Decke zum Dachboden durchgebrannt war, bestand die Gefahr, dass durch versteckte Glutnester erneut ein Brand entstehen konnte. Deshalb war die FFW Neunkirchen mit 13 Mann bis 6 Uhr morgens vor Ort und hielt Brandwache.

Insgesamt waren 18 Atemschutztrupps im Einsatz. Durch gezielte Brandbekämpfung entstand so gut wie kein Wasserschaden. Aufgrund der Brandausdehnung ist jedoch das Obergeschoss und der Dachboden völlig zerstört worden.

Die Frau erlag am nächsten Tag ihren schweren Brandverletzungen.

Ein Hinweis in eigener Sache:

Bereits am nächsten Tag machte sich in Neunkirchen das Gerücht breit, "die Feuerwehr habe eine viertel Stunde gebraucht bis sie da war und gar 18 Minuten, bis sie endlich mal Wasser gehabt hätten. Man hätte sich mal wieder angestellt...!" Dieses Gerücht wurde durch unwissende Dummschwätzer und Dorftratschen schnell verbreitet. Wer den obigen Bericht liest, erkennt jedoch, dass dies ein absoluter Schmarrn ist. Es wurde schnell, sauber und einsatztechnisch erfolgreich gearbeitet.
Durch das mitgeführte Löschwasser war unmittelbar Wasser vorhanden. Parallel dazu wurde eine Wasserversorgung über Hydranten hergestellt, so dass es zu keiner Zeit Engpässe in der Wasserversorgung gab. 
Zweifler können sich gerne bei uns melden und mit uns diskutieren. Auch kann man einen Blick in das Alarmprotokoll werfen, welches an zentraler Stelle in Forchheim mit Uhrzeiten automatisch erfasst wird. Da ist unter anderem nachzulesen:
Alarmzeit 18.46 Uhr, Florian Neunkirchen 40/1 aus um 18.49 Uhr, ...!

Tief betroffen waren wir jedoch, als wir vom Tod der geretteten Person erfahren haben. 

Mein Dank ergeht an alle eingesetzten Helfer aus Nah und Fern für ihren selbstlosen Einsatz.

Robert Landwehr
Kommandant

Fotos


 

Die Hitze war so enorm, dass selbst der Putz von den Wänden geplatzt ist. Viele Plastikgegenstände zerschmolzen bis zur Unkenntlichkeit. 

ffw

05.11.2004
vorherigen Rubrik

Home
ffw