Schneechaos am 11./12.02.2006
Einsatz Nr.: 04/06
Einsatzdatum: 11.-12. Februar 2006
Alarmzeit: 00.00 Uhr
Einsatzort: Katastrophengebiet Bayr. Wald, eingesetzt in Bayr. Eisenstein.
Schadensereignis: Katastrophenhilfe im Rahmen des Landkreisweiten Hilfe.
Anwesende Feuerwehren: Neunkirchen (MZF), sowie weitere 153 Helfer und Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis FO
Einsatzdauer: 40 Stunden
Einsatzbeschreibung: Ein Einsatz der etwas anderen Art ereignete sich am Wochenende des 11./12. Februars. Bereits am Freitagmittag kam eine Vorabfrage, ob die FFW Neunkirchen sich an einem eventuellen landkreisweiten Katastrophenhilfseinsatz aufgrund der starken Schneefälle im Bereich Bayr. Wald beteiligen würde. Es wurden einige Sachen geklärt, jedoch so richtig daran geglaubt, dass es losgehen solle, hat keiner. Um ca. 19 Uhr kam dann jedoch schon der Marschbefehl! Treffpunkt Samstagmorgen 1.00 Uhr EZB-Parkplatz Forchheim. Man solle Verpflegung, warme Sachen und vor allem Schaufeln mitnehmen.
Aufgrund der Handyalarmierung und des Wochenendtermins waren im Nu 9 Freiwillige gefunden, die sich dann ab Mitternacht auf den Weg machten. Das Mehrzweckfahrzeug war voll beladen, mit Schaufeln, Absturzsicherung, Leinen, Verpflegung, ... Man traf sich auf dem EZB Parkplatz in Forchheim. Mit insgesamt 164 Freiwilligen und 18 weiteren Feuerwehrfahrzeugen aus dem gesamten Landkreis Forchheim sowie einem Reisebus ging es gegen 1.45 Uhr im Konvoi Richtung Bayr. Wald. Angefordert wurde unsere Hilfe durch das Bayr. Innenministerium. Die Kräfte wurden vom Krisenstab nach Bayr. Eisenstein beordert. Dort angekommen, wurde nach einer kurzen Begrüßung durch den dortigen Bürgermeister die Aufgaben verteilt. Die Kräfte aus Neunkirchen erhielten dabei den Auftrag ein großes Hotel von der Schneelast zu befreien.
Gearbeitet wurde mit größtmöglicher Sicherheit. So war jeder "Schaufler" immer durch einen Kollegen mit Seilen gegen Absturz gesichert. In mühevoller Handarbeit wurde die unglaublichen Schneemassen vom Dach geschaufelt. Am Boden diente ein Radlader zum Abtransport.
Glück hatten wir, dass wir ein Hotel freischaufeln durften, denn die sehr gastfreundlichen und sicherlich auch sehr dankbaren „Hoteliers“ haben sich bestens um die Verpflegung gekümmert. Auch die Nacht durften wir im Hotel verbringen. So musste nicht spät abends auf Feldbetten in irgendwelchen Turnhallen übernachtet werden. Da man vor Ort übernachtete, konnte am nächsten Tag gleich früh morgens mit der Arbeit fortgefahren werden.
In der Nacht erlitt leider einer unserer Kameraden eine Nierenkolik, welche vermutlich durch die ständige Bebänderung ausgelöst wurde. Er verbrachte den Rest des Einsatzes im Krankenhaus. Am Sonntag hat man dann noch bis Mittags geschaufelt, das Gröbste war geschafft. So ging es nach dem Mittagessen wieder nach Hause, mit einem Abstecher im Krankenhaus, wo der Kollege wieder abgeholt wurde. Um ca. 16 Uhr war man in Neunkirchen zurück, sichtlich geschafft und regelrecht überrascht, wieviele Muskel ein Mensch hat, die schmerzen können.
Fotos: