Brand im Industriegebiet
Einsatzdatum: Freitag, 21. August 2009
Alarmzeit: 11.18 Uhr
Einsatzort: Neunkirchen, Benedikt-Vasold-Str., Fa. Schrott-Lorenz

Größere Kartenansicht
Schadensereignis: Brand in einer Autowerkstatt
eingesetzte Kräfte: Neunkirchen (MZF, LF 16/12, TLF 16/25, MZF),
Dormitz (MZF, LF8/6),
Hetzles (LF8/6)
Einsatzdauer: 3,5 Stunden
Einsatzbeschreibung:
Nur 45 Minuten nach dem letzten Alarm gingen in Neunkirchen erneut die Sirenen. Das es sich diesmal nicht um einen Fehlalarm handelte, sah man bereits bei der Anfahrt zum Feuerwehrhaus, da über dem Industriegebiet eine große Rauchwolke zu sehen war. Gemeldet wurde dann ein Brand in der Autowerkstatt der Fa. Schrott Lorenz.

Bereits auf der Anfahrt wurde daher ein Atemschutztrupp beauftragt sich auszurüsten. Die erste Erkundung ergab, das die Mitarbeiter der Firma bereits sehr erfolgreich mittels 15 Feuerlöschern und einem Wasserschlauch am Löschen waren und das offene Feuer so gut wie gelöscht hatten. So waren nur noch wenige Löscharbeiten zu verrichten und es sah nach einem schnellen Einsatzende aus.

In der dreiständigen Fahrzeughalle brannten vornehmlich die beiden rechten Boxen. Beim Ablassen von Benzin aus einem Altfahrzeug entzündete sich dies durch Funkenflug bei Flexarbeiten in der anderen Box. Sehr schnell hat das Feuer auf das Altauto übergegriffen und durch die enorme Hitzeentwicklung die Hallentore, Werkstatteinrichtung und das Dach mit entzündet. Die geöffneten Segmenttore schmolzen regelrecht zu Vorhängen herab.

Nachdem kein offenes Feuer mehr zu sehen war, wurde die Halle belüftet um den beißenden Qualm herauszudrücken. Mittels Wärmebildkamera wurde die Halle auf Glutnester untersucht. Hier zeichneten sich im Dach der Halle einige Wärmepunkte ab, auch von außen war immer wieder eine Rauchentwicklung aus dem Dach zu sehen. Das Dach, welches in Sandwichbauweise errichte wurde, bestand außen aus Profilblech, dazwischen war als Dämmung Glaswolle und von Innen war es mit Aluprofilen verkleidet. Um an die Glutnester heranzukommen wurden verschiedenste Überlegungen angestellt. Ein Öffnen der Dachhaut von außen mittels Drehleiter oder Kran kam nicht in Frage, da über dem Gebäude eine 10kV-Leitung verlief. Also musste von Innen gearbeitet werden. Mittels Einreishaken wurden die Alubleche aufgerissen und immer wieder Glutnester entdeckt. Aufgrund der Rauchentwicklung und der herabfallenden Dämmung wurde dies unter Atemschutz gemacht.

So wurde Feld für Feld abgetragen. Erstaunt waren wir, das selbst im hinteren Teil der Halle, wo gar kein Feuer war, Glutnester in der Dämmung waren, die auf die Holzkonstruktion übergriffen. Das Alublech sorgte als guter Wärmeleiter für diese Ausdehnung. So wurde in mühevoller Arbeit etwa 3 Stunden nach Glutnestern gesucht und immer wieder abgelöscht.

Dem beherzten Eingreifen der Mitarbeiter sei Dank, dass es nicht zu einem Großbrand wurde, denn in unmittelbarer Nähe der Halle lagern unsagbare Mengen an Altautos, die aufgrund der Abwrackpräme oft auf Berge von 4 Autos und mehr übereinandergestapelt waren. Ebenso befindet sich ein großes Lager an Altreifen auf dem Gelände. Wenn das alles Feuer gefangen hätte, noch dazu bei hochsommerlichen Temperaturen, wäre es ein Einsatz von wahrscheinlich mehreren Tagen geworden.

Fotos: