Hochwasser in Neunkirchen
Einsatzdatum: Freitag, 31. Mai 2013
Alarmzeit: 3.34 Uhr
Einsatzort: Neunkirchen, gesammter Innerort
Schadensereignis: Hochwasser aufgrund von tagelangem Starkregen
eingesetzte Kräfte: FFW Neunkirchen
FFW Rosenbach
FFW Ebersbach
FFW Steinbach
FFW Walkersbrunn
FFW Forchheim
FFW Schellenberg
FFW Dormitz
FFW Thuisbrunn
FFW Dachstadt
FFW Egglofstein
FFW Pettensiedel
FFW Hetzles
FFW Herzogenaurauch
FFW Heroldsberg
THW Forchheim
THW Kirchehrenbach
THW Coburg
Bauhof Neunkirchen
Einsatzdauer: mehrere Tage
Bericht: Tagelanger und besonders ergiebiger Regen hat den Brandbach in der Nacht von Donnerstag auf Freitag anschwellen lassen. Auf so einen hohen Stand, wie er bei keinem unserer Einsatzkräfte bisher je bekannt war. Selbst das letzte "Jahrhunderthochwasser" vor einem Jahr wurde weit übertroffen.

Einsatzschwerpunkte waren hierbei wieder die Fröschau und der Bereich Grundschule, ev. Kindergarten, Bäckenäckerstraße, Erlanger Str. Schnell wurde klar, dass das Wasser die Dammkrone bei der Grundschule übersteigen wird, weshalb hier massiv mit Sandsäcken der Damm verstärkt wurde. Auch die Tiefgarage in der Erlanger Straße war wieder ein Einsatzschwerpunkt. Trotz neu errichteter Hochwassersperre gelangte Wasser in die Tiefgarage, wenn auch deutlich weniger als noch vor einem Jahr. Erstmals lief auch Wasser aus dem Brandbach über den hinteren Grundschulparkplatz in die Bäckenäckerstraße und überflutete dort Keller und Garagen.

Die vielen Aufgaben an den unterschiedlichen Einsatzorten konnten nur mit Hilfe von Nachbarwehren aus nah und fern, sowie mit dem THW erfolgen, welches sogar Kräfte aus Coburg nach Neunkirchen schickte.

Durch den massiven Einsatz von Kräften und Material konnte Schlimmers verhindert werden und die Schäden hielten sich einigermaßen in Grenzen. Für den ev. Kindergarten jedoch kam jede Hilfe zu spät, dort drang das Wasser ein und verursachte entsprechende Schäden.

Nachdem dann am Freitag der Pegel vormittags wieder zu sinken begann, wurde alles für eine angekündigte neue Starkregenfront vorbereitet und die Sandsäcke verstärkt. Ebenso wurden 28 Tonnen Sand hinter der Grundschule abgeladen um diese bei einer noch höheren Flutwelle zu schützen. Diese blieb jedoch am Freitag aus. Durch den nachlassenden Pegel wurde dann in der Fröschau eine Unterspülung der Brücke festgestellt. Ein Bausachverständiger vom THW, der zufällig schon vor Ort war, begutachtete die Brücke. Aus Sicherheitsgründen musste diese dann gesperrt werden. Erst wenn der Brandbach sich wieder ganz beruhigt hat wird ein Sachverständiger den genauen Zustand der Brücke prüfen können.

Am Samstag und Sonntag war die Lage ruhiger, was auch gut so war, denn in der Zwischenzeit hatten sich einige Bürger an den Sandsackwällen bedient und für Lücken gesorgt. Dieses unvernünftige Handeln ist aus unserer Sicht nicht nachzuvollziehen, denn damit hat man ja billigend in Kauf genommen, dass die anderen ruhig wieder absaufen können. Auch das uneinsichtige und eigennützige Handeln einiger (Gott sei Dank weniger) hat bei uns nur Kopfschütteln hinterlassen?!?

In der Nacht von Sonntag auf Montag ging der Spuk dann von vorne los. Zuerst wurden wir alarmiert, da ein Baum zwischen Neunkirchen und Ermreuth auf der Straße lag. Als dieser entfernt war wurden die Pegelstände kontrolliert. Innerhalb von nur 10 Minuten stieg der Brandbach um 40cm, überflutete im Bereich Fröschau/Hirtengraben gleich wieder die Straßen. Erneut wurde gegen 1 Uhr Sirenenalarm ausgelöst. Jedoch war diesmal alles schon gut vorbereitet und es mussten jeweils nur an wenigen Stellen die Sandsäcke verstärkt werden, so das gegen 3 Uhr sich die Lage schon wieder entspannte.

Wir bedanken uns bei allen Helfern, bei den Feuerwehren, dem THW und dem Bauhof. Ebenso ein Dank an die Bäckereien/Metzgerein und Getränkelieferanten, die für eine hervorragende Verpflegung der etwa 160 Einsatzkräfte gesorgt haben. Nicht zu Vergessen das THW mit seiner "Gulaschkanone".

Fotos:

 

Der Baum kurz vor Rölas:

Kurioses am Rande: als wir am Freitag nach dem Einsatz noch Aufräumarbeiten im Feuerwehrhaus zu erledigen hatten hörte man ein komisches Geräusch, das immer näher kam. Zuerst dachten wir an eine Kutsche, doch als das Geräusch lauter wurde klang es eher nach Kuhglocken. Tja, und so war es dann auch. Etwa 8 Kühe gingen am Radweg gegenüber dem Feuerwehrhaus vorbei. Früher in Neunkirchen sicherlich ein ganz normaler Vorgang, jedoch heutzutage schon eine kleine "Sensation". Woher und wohin die Kühe gingen ist uns nicht bekannt, aber vielleicht einem unerer Leser? Wenn ja, schreibt uns doch einfach...!

Auflösung:
Hallo Feuerwehr,

die kleine Kuhherde ist von Uttenreuth zum Lindelberg gezogen! Dort beweiden Sie für den Sommer einen Steilhang. Freuen wir uns auf den Herbst – dann kommen Sie wieder!

Viele Grüße

Florian Orlet (4 Jahre)